Geschäftskonto

#12 Geschäftskonto – unwichtig oder überlebensnotwendig?

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Geschäftskonto Ja oder Nein? Vielleicht hast du dich auch schon gefragt warum es eigentlich neben normalen Bankkonten auch solche für Unternehmen gibt und wo eigentlich der Unterschied liegt.

Vielleicht hast du dich auch gefragt, ob du ein Geschäftskonto überhaupt brauchst und welche Vorteile das für dich haben könnte. Diese und viel mehr Fragen beantworte ich in dieser Episode.

Beginnen wir also mit der Frage für wen ein Geschäftskonto überhaupt zwingend notwendig ist. Die gute Nachricht ist: grundsätzlich gibt es für Einzelunternehmer (kleine Gewerbetreibende, Freiberufler und Kleinunternehmer) keine gesetzliche Pflicht zur Führung eines Geschäftskontos.

Das Finanzamt interessiert sich nicht dafür, on deine Zahlungen über ein Geschäftskonto oder ein privates Konto laufen.

Es gibt jedoch Rechtsformen, für diese ein Geschäftskonto Pflicht ist. Dabei handelt es sich um Kapitalgesellschaften, also juristische Personen, zB GmbHs, UGs, AGs etc.

Da diese Unternehmen juristische Personen darstellen und somit eine eigenständige Geschäftsfähigkeit haben, ist hier ein Geschäftskonto notwendig.

Ein privates Konto zu nutzen reicht hier nicht aus.

Aber neben dem Finanzamt gibt es noch eine andere Institution welche festlegen kann, ob du ein Geschäftskonto oder ein privates Konto für den Zahlungsverkehr deines Unternehmens nutzen musst. Und das ist deine Bank.

In den AGB vieler Banken steht, dass du mit einem privaten Konto keinen geschäftlichen Zahlungsverkehr abwickeln darfst. In Der Praxis wird dies weniger oft durchgesetzt.

Meistens unterscheidet sich die private Nutzung eines Kontos von der geschäftlichen Nutzung. In der Regel gibt es zB mehr monatliche Buchungen. Diese kosten die Bank mehr Geld.

Auch das BGB, also das Bürgerliche Gesetzbuch, regelt den Umgang von Banken mit Geschäftskunden anders als mit Privatkunden.

Deine Bank hat also ein Interesse daran, dass du nicht dein privates Konto für deine geschäftlichen Zahlungen nutzt, sondern dafür ein Geschäftskonto eröffnest.

Wie schon gesagt sieht das in der Praxis etwas anders aus. Wenn deine geschäftliche Nutzung eines privaten Kontos im Rahmen bleibt, dulden viele Banken das.

Du solltest dich jedoch trotzdem mit den entsprechenden AGB deiner Bank auseinandersetzen. Denn ein Kontowechsel ist immer etwas nervig, wenn auch meistens problemlos möglich.

Mein erster Tipp ist also: kümmre dich von Beginn an um ein Konto, dass du unproblematisch für geschäftliche Zwecke nutzen kannst.

Welche konkreten Unterschiede gibt es zwischen privat und geschäftlich genutzten Konten?

Bei privaten Konten bist du es wahrscheinlich gewohnt, dass du dieses kostenlos bekommst. Bei geschäftlichen Konten sieht dies anders aus. Diese sind meist teurer.

Ja, du musst für viele geschäftliche Konten bezahlen. Wie viel richtet sich meist nach dem Umfang, den du für dein Business benötigst.

Bist du z.B. Freelancer und hast nur wenige monatliche Buchungen, dann bezahlst du höchstwahrscheinlich viel weniger Gebühren als ein Online Shop, der hunderte oder sogar tausende Zahlungen monatlich empfängt und versendet.

Wofür genau Gebühren anfallen und welche Höhe diese haben, hängt von jedem Konto einzeln ab und ist damit sehr individuell.

Auch ein weiteres nützliches Feature, welches du von privaten Konten kennen wirst, gibt es so bei Geschäftskonten nicht.

Und das ist der Dispokredit. Denn dieser heißt bei Geschäftskonten „Kontokorrentkredit“. Er wird dir bzw. deinem Unternehmen auch nicht einfach so bewilligt.

Die Bewilligung hängt besonders von den Zahlen deines Unternehmens ab und welche Bonität die Bank daraus ermittelt.

Vielleicht stellst du dir jetzt die Frage ob und warum ein Geschäftskonto überhaupt sinnvoll ist.

…Wenn du es doch vielleicht nicht zwingend brauchst und es in manchen Fällen sogar monatlich Geld kostet.

Als erstes möchte ich dir sagen, dass du die Kosten für ein Geschäftskonto als Betriebsausgabe ansetzen und damit steuerlich geltend machen kannst. Das ist jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, finde ich.

Aber ich bin auch noch nicht fertig mit den Vorteilen 😉

Der größte Mehrwert, den ein Geschäftskonto mit sich bringt ist wohl die Trennung zwischen deinen privaten und geschäftlichen Zahlungen.

Auch wenn du diesen Vorteil vielleicht belächelst. Glaube mir, das ist wirklich wichtig.

Selbst wenn du monatlich nur ein paar Auszahlungen bzw. Einzahlungen hast, lohnt sich diese Trennung.

Du kannst Zahlungen also eindeutig zu „privat“ oder „geschäftlich“ Zuordnen. Auch auf den entsprechenden Kontoauszügen findest du dann eben nur private oder geschäftliche Kontobewegungen.

Das hilft dir extrem den Überblick zu behalten.

Auch kannst du auf einen Blick erkennen, wieviel dir jeweils auf deinem privaten und geschäftlichen Konto an Guthaben zur Verfügung steht.

Geschäftskonten bieten dir oft die Möglichkeit Unterkonten anzulegen bzw. stellen diese auch zT selbst zur Verfügung.

Damit kannst du zB Rücklagen für Umsatzsteuer-  und Einkommensteuerzahlungen auf diesen Unterkonten bilden und verlierst nie wieder den Überblick wieviel Geld dir wirklich noch zur Verfügung steht.

Vom deinem Geschäftskonto kannst du dir auch regelmäßig „Gehalt“ zahlen. Das heißt bei Selbständigen natürlich nicht wirklich so. Es handelt sich hierbei um Privatentnahmen.

Diese regelmäßigen Zahlungen sorgen dafür, dass du nicht alle Einzahlungen deiner Selbständigkeit für private Zwecke verprasst. Sondern immer genügend finanzielle Mittel für Steuerrücklagen oder Unvorhergesehenes auf dem Konto behältst.

Manche Geschäftskonten bieten sogar Schnittstellen zu Buchhaltungsprogrammen an. So hast du einen perfekten Abgleich zwischen deiner Buchhaltung und deinen Kontobewegungen.

Ich hoffe ich konnte dir die Vorteile eines Geschäftskontos etwas schmackhaft machen.

Die daraus resultieren Frage ist nun: „Was muss ich bei der Wahl des Geschäftskontos beachten?“

  1. Du solltest auf jeden Fall die Gebühren checken. Achte nicht nur darauf, ob du eine Grundgebühr zahlst oder nicht. Je nach deinem Geschäftsalltag fallen hier und da Gebühren für zB Überweisungen oder Bargeldabhebungen an. Diese solltest du unbedingt im Auge haben.
  2. Brauchst du für dein Geschäftskonto eine Giro- und/oder Kreditkarte? Nicht immer sind diese Karten kostenlos. Und nicht immer hast du überhaupt die Wahl, welche dieser Karten du bekommst. Bei manchen Anbietern bekommst du Giro- und Kreditkarte. Bei manchen kannst du auch nur Giro- oder Kreditkarte beantragen.
  3. Falls du einen Kontokorrentkredit benötigst, schau unbedingt nach, ob die jeweilige Bank dies auch anbietet. Vergleiche auch die anfallen Zinsen für Überziehungen.
  4. Kaufst du Produkte bei Amazon auch oft nach deren Bewertung? Warum also nicht auch die Zufriedenheit anderer Nutzer bei der Wahl des Geschäftskontos beachten. Google ist dein Freund. Auch in dieser Hinsicht.
  5. Je nachdem welche Rechtsform dein Unternehmen hat, fallen manche Banken bzw. Anbieter heraus. Achte also auf jeden Fall darauf, dass deine Rechtsform vom Anbieter deiner Wahl auch unterstützt wird.
  6. Im Bereich der Geschäftskonten gibt es in den letzten Jahren immer mehr aufsteigende Fintech Start-Ups. D.h. Unternehmen der Finanztechnologie, welche die Bankenbranche zum Teil kräftig umkrempeln. Du hast also meistens die Wahl zwischen klassischen Banken mit langer Historie und jungen Fintech-Unternehmen, welche oft nur wenige Jahre alt sind. Trotz coolness -Faktor der Fintechs solltest du dir die Frage stellen, wieviel Vertrauen und Image dir bei der Wahl der Bank für dein Geschäftskonto wichtig ist.
  7. Je nach Anbieter wird mit verschiedenen Zusatzfeatures geworben. Hier solltest du dich ebenfalls informieren und danach mit klarem Verstand fragen, welches Feature du wirklich benötigst bzw. welches dir wirklich einen Mehrwert liefert.
  8. Spätestens hier solltest du dich auch fragen, welche Features du unbedingt brauchst, z.B. Bargeld einzahlen, Möglichkeit von Krediten, Lastschrifteinzüge, und ob diese bei der Bank deiner Wahl gegeben sind.

Es gibt verschiedene Banken bzw. Anbieter von Geschäftskonten.

…. Diese unterteilen sich grob in traditionelle Banken und neue, moderne Anbieter (meistens Fintechs).

Zu den traditionellen Banken zählen z.B.

  • Postbank
  • Deutsche Bank
  • Commerzbank
  • HypoVereinsbank
  • Sparkasse
  • Volksbanken Raiffeisenbanken
  • DKB
  • Santander

Sie unterteilen sich nochmals in Filialbanken, also solche mit Filialen und Direktbanken, ohne Filialen. Die DKB ist zB eine Direktbank

Zu den neuen und innovativen Anbietern gehören z.B.:

  • N26
  • Holvi
  • Fidor
  • Kontist
  • penta

Vor- und Nachteile dieser beiden Bereiche.

Auf diese gehe ich kurz ein. Ich will dich damit nicht langweilen. Mir ist es nur wichtig, dass du einen guten Überblick bekommst und für DEINE individuelle Situation den besten Anbieter findest.

Klassische Banken bieten meistens Geschäftskonten für alle Arten von Rechtsformen an. Vom Einzelunternehmer bis zur komplizierter gestrickten GmbH.

Viele Fintechs hingegen decken mit ihrem Angebot nicht alle Rechtsformen ab. Bei einigen Anbietern können nur Einzelunternehmer ein Konto eröffnen. Manche bieten das aber auch für GbRs oder sogar Kapitalgesellschaften an.

Außerdem haben einige Fintechs keine eigene Banklizenz und kooperieren mit Partnerbanken, um ihre Leistungen anbieten zu können.

Daher ist es wichtig, dass du dich darüber informierst, welche Bank hinter einem Fintech steckt.

Was das Angebot von Fintechs gegenüber traditionellen Banken besonders macht ist meist die User Experience.

Was meine ich damit? Oft kannst du ein Konto innerhalb weniger Minuten eröffnen und dich sogar per Video-Call identifizieren. Du kannst dein gesamtes Konto über eine einzige App managen und hast dort Zugriff auf alle Funktionen.

Ich kann und will nicht jede traditionelle Bank über einen Kamm scheren. Aber das Online-Banking hier ist manchmal die Hölle.

Bei Kontist, dort habe ich mein Geschäftskonto, kannst du zB aus der App heraus Überweisungen tätigen, mit dem Support chatten und Unterkonten sortieren. ALLES macht man hier mit der App. Denn tatsächlich gibt es kein Online-Banking über den PC.

Das ist erstmal etwas ungewohnt. Aber es kann auch super cool sein.

Die klassischen Banken versuchen da zwar nachzuziehen. Doch die Funktionalitäten und die Handhabung über die App ist meist noch nicht so umfangreich, intuitiv und schön.

Wenn du darauf also Wert legst, solltest du dir die Angebote von den Fintechs einmal genauer ansehen.

Sollte dir ein klassischen Online Banking aber wichtig sein, solltest du unbedingt recherchieren, wie das Konto deiner Wahl nach Eröffnung von dir verwaltet wird.

Auch das Leistungsangebot unterscheidet sich natürlich total. Während du bei einer Filialbank meistens problemlos Geld einzahlen kannst, ist das bei manchen Fintechs gar nicht oder nur gegen Gebühr möglich.

Wenn du ein kapitalintensives Unternehme gründest und auf Kredite für ein Unternehmen kurz- oder langfristig angewiesen bist, bietet es sich an das Konto bei einer klassischen Bank zu eröffnen.

Der Zugang zu Fremdkapital ist hier wesentlich einfacher. Besonders wenn die Zahlen größer werden Viele innovative Anbieter von Geschäftskonten bieten hierfür noch keine Dienstleistungen an bzw. nur Kredite in kleinerem Umfang

Was im privaten Bereich Dispokredit heißt, ist bei Geschäftskonten der Kontokorrentkredit. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen traditionellen und jungen, innovativen Banken/ Anbietern. Denn letztere bieten so etwas manchmal nicht an.

Solltest du also aufgrund der Art deines Unternehmens darauf angewiesen sein, so solltest du unbedingt darauf achten, ob diese Möglichkeit bei der Bank deiner Wahl überhaupt gegeben ist.

Ich will und kann nicht auf alle Funktionen eingehen. Du selbst musst dir darüber im klaren sein, was du von deinem Geschäftskonto brauchst. Um dann im nächsten Schritt zu schauen welche Bank bzw. welcher Anbieter für dich der Richtige ist.

Für kleine Unternehmen und Gründer, die erstmal starten wollen, ist ein kostenloses Geschäftskonto, z.B. bei Kontist oder N26, meist absolut ausreichend.

Ich bin wie gesagt bei Kontist, habe aber auch Erfahrung mit dem Konto von N26 und war mit beiden super zufrieden.

Fazit

Wie du also siehst. Es gibt nicht dieses eine Geschäftskonto, welches für Jeden Gründer bzw. Selbständigen am geeignetsten ist.

Wir haben ja zu Beginn besprochen, dass du als Einzelunternehmer vom Finanzamt keine Pflicht zur Führung eines Geschäftskontos hast. Die Bank hat jedoch ein Interesse daran.

Du könntest als Einzelunternehmer also theoretisch auch ein privates Konto nutzen, solange du unter dem Radar fliegst.

Persönlich rate ich dir aber von Beginn an mit einem Geschäftskonto zu arbeiten. Hier gibt es besonders bei den Fintechs auch kostenlose Anbieter, wenn dir eine Basis-Ausstattung an Leistungen reicht.

Das günstigste Konto ist auch nicht immer das Beste.

Der wichtigste Tipp den ich dir geben kann. Schau dir an, welche Anforderungen du an ein Geschäftskonto hast, suche dir die Anbieter heraus, welche dir das bieten und vergleiche erst als letztes den Preis.

Ich habe eine tolle Übersicht und einen Vergleich von verschiedenen Geschäftskonten auf der Seite fuer-gruender.de gefunden.

Ich hoffe ich konnte dir einen guten Überblick zum Thema Geschäftskonto geben. Wenn du dazu Fragen, vielleicht auch individuell zu den Anbietern Kontist und N26 hast, dann schreibe mir gern jederzeit eine Nachricht über mein Kontaktformular auf der Website oder auf Facebook.